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Was ist eigentlich Body Positivity?

Eine Revolution der Schönheit – nichts weniger haben sich die Vertreter der Body-Positive-Bewegung vorgenommen. Was genau sich dahinter verbirgt und warum Schönheit alles andere als eindeutig ist: Wir haben nachgeschaut.

Die Frage, was eigentlich “schön” ist, stellt sich der Mensch wahrscheinlich seit er denken kann und sich zum ersten Mal zwischen zwei Mammuts entscheiden musste. Viele Jahrtausende später hat man in der Philosophie dafür dann eine eigene Disziplin entwickelt: Die Ästhetik, die sogenannte Lehre vom sinnlichen Anschauen. Dass dieses Anschauen keinen objektiven Kriterien folgen kann, liegt auf der Hand. Nicht umsonst heißt es im Sprichwort, die Schönheit liege im Auge des Betrachters. Und obwohl wir ein Auge auf alles Mögliche werfen können, geht es bei der Ästhetik oft um uns selbst: Wenn von Schönheit die Rede ist, denken wir meistens an schöne Menschen.

 

Schönheit verändert sich

Was genau aber einen schönen Menschen ausmacht, das ist alles andere als in Stein gemeißelt – auch wenn man beim Anblick wohldefinierter griechischer Statuen durchaus anderer Meinung sein kann. Ein Blick in die Geschichte und rund um den Globus zeigt aber eine ganze Bandbreite an ästhetischen Vorlieben: Von künstlichen Modifikationen wie Tellerlippen, Lotusfüßen oder Wespentaillen über bestimmten Hautfarben bis hin zu fast allen Körpergrößen und -formen. So ein Blick zeigt auch, dass das Schlankheitsideal, das von der westlichen Modebranche vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die Herzen der Konsumenten gehämmert wurde, im historischen und interkulturellen Vergleich eigentlich nur eine Randerscheinung bleibt. Vor allem weibliche Attraktivität wurde und wird in den meisten Kulturen der Welt(geschichte) mit einem wohlgerundeten Körper und vollen Hüften in Verbindung gebracht.

 

Die hässliche Seite der Schönheit

Gerade dieses Körperbild galt aber in der westlichen Gesellschaft lange Zeit als ungenügend, und vor allem Frauen wurden mit Vorstellungen vom idealen Körper bewusst oder unbewusst unter Druck gesetzt. In der Lesart unserer modernen Leistungsgesellschaft wird Übergewicht dann schnell zur Charakterschwäche, und Muttermale oder andere Details als “Schönheitsfehler” deklassiert. Wer nicht schön ist, strengt sich halt nicht genug an. Besonders in den sozialen Netzwerken ist dieses sogenannte Body Shaming weit verbreitet: Abfälliges Gerede über das Erscheinungsbild anderer, die nicht der gängigen Schönheitsnorm entsprechen. Ganz schön hässlich, mit äußerst negativen Folgen für die Betroffenen.

 

Come as you are

Seit einiger Zeit ist allerdings ein Gegentrend zu beobachten: die sogenannte Body Positivity. Dabei geht es um ein positives Körpergefühl, dass Schönheit vor allem in der eigenen Natürlichkeit findet: Der Mensch ist schön ab Werkseinstellung – eben genau so, wie er von der Natur gemacht wurde. Dass so ein Trend nach Jahrzehnten ästhetischer Gängelung vor allem von Frauen bereitwillig aufgenommen und gefeiert wird, versteht jeder, der in den 90ern mal eine Vogue durchgeblättert hat.

 

Mittlerweile springen auch immer mehr Mode-Labels auf diesen Zug auf und zeigen ihre Models ungeschminkt, ohne Nachbearbeitung und mit individuellen Details. Auf Instagram werden sogenannte Curvy-Models gefeiert; aber auch Schauspielerinnen, die sich ohne Schminke präsentieren, dafür aber mit passendem Hashtag wie #nomakeup, #wokeuplikethis oder #ohnefilter. Es ist ein voller Erfolg – Fans auf der ganzen Welt lieben die neue Natürlichkeit, posten ähnliche Bilder und überbieten sich regelrecht mit Fotos von Speckfalten, Dehnungsstreifen oder Ähnlichem.

 

Vorsicht vor der verkehrten Welt

Kritiker warnen deshalb prompt vor einem neuen Extrem: Wenn man nun einfach das eine Ideal durch ein anderes ersetzen, und zum Beispiel dünne, makellose Frauen wegen fehlender Pfunde hänseln würde – die Situation wäre nicht unbedingt besser als vorher. Und vor allem sollte bei aller Liebe zu runden Formen nicht die gesundheitlichen Aspekte von Übergewicht vernachlässigt werden: Starke Fettleibigkeit ist und bleibt ein Gesundheitsrisiko. Die meisten Befürworter der Body Positivity streiten das aber natürlich nicht ab. Sie weisen nur darauf hin, dass diese Risiken eben auch respektvoll und freundlich kommuniziert werden können, anstatt mit Scham oder Moral zu argumentieren.

 

Letzten Endes geht es bei Body Positivity also um Selbstbestimmung. Man macht sich frei von fremden Zwängen und findet Bestätigung in sich selbst. Denn wer sich selbst als schön genug empfindet, ist nicht mehr abhängig vom ästhetischen Wohlwollen anderer. In der Gesellschaft führt das unweigerlich zu einer größeren Vielfalt der Ausdrucksformen, aber auch zu einer größeren Zufriedenheit. Denn wie gesagt: Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Und wer sich diesen Satz auch vor dem Spiegel zu Herzen nimmt, wird nicht nur schön – sondern auch glücklich.

 

Kurz & Knapp

  • Durch die Body-Positive-Bewegung ändert sich gerade unser westliches Schönheitsideal.
  • Es geht um individuelle und vielfältige Schönheit, die sich keinen fremdbestimmten Normen unterwirft
  • Ziel ist ein natürliches, gesundes und zwangloses Körpergefühl.
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